PALADIN https://paladin.training Das Väter-Training. Sat, 03 Jan 2026 10:14:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://paladin.training/wp-content/uploads/2026/01/cropped-PALADIN_Schild_FAV_RZ-32x32.png PALADIN https://paladin.training 32 32 Googeln ist nicht denken. https://paladin.training/googeln-ist-nicht-denken/ Mon, 18 Mar 2024 21:42:07 +0000 https://paladin.training/?p=1704

Googeln ist nicht Denken.

Googeln ist nicht Denken.

Warum unser Verstand auf Gott angewiesen ist.

Vor Kurzem las ich folgenden Artikel auf welt.de:
Das eigene Denken wurde permanent durch Googeln ersetzt. Der Sohn von Informatiker Stefan Kretschmann wechselte mit 13 Jahren in eine Tablet-Klasse. Mit den Leistungen sei es stetig bergab gegangen, sagt der Vater. Schüler hätten die Geräte vor allem für Chatten und Spielen benutzt. Nun müsse sein Sohn das Gymnasium abbrechen.“

Man könnte diese Geschichte nutzen, um verschiedene Themen zu illustrieren: Kritik am Schulsystem, der richtige Umgang mit Medien oder die Verantwortung von Eltern.

Mich hat vor allem die Headline getriggert.

Mein Onkel hat immer wieder gesagt: „Kindern das eigenständige Denken beizubringen, ist wichtiger als das Erlernen von Regeln.“ Das hat mich schon als Jugendlicher beeindruckt. Und dazu inspiriert, meine eigene Sicht auf die Welt ernst zu nehmen.

Selbstständig zu denken ist leider eine Fertigkeit, die uns mehr und mehr abhandenkommt. So schreibt Rüdiger Maas über eine Studie an 20.000 deutschen Schülern aus dem Jahr 2010: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Menge des Fernsehkonsums im Kindes- und Jugendalter mit der Höhe des späteren Bildungsabschlusses zusammenhängt.“ Warum ist das so? Neben vertaner Zeit, die nicht für sinnvollere Tätigkeiten (zum Beispiel freies Spielen) ausgegeben wurde, verkümmert durch den medialen Input z.B. auch die Kreativität und es muss weniger nachgedacht werden.

Die Nachteile einer zunehmend digitalisierten und damit distanzierten Welt mischen sich in Deutschland zudem ungünstig mit der Überzeugung, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt. Speziell die sozialen Medien, die Minderheitenpolitik der letzten 10 Jahre und die Auflösung der christlichen Werte des Grundgesetzes durch den Humanismus haben einen großen Teil der Menschen in Deutschland davon überzeugt: Wenn ich es fühle, ist es wahr.

Ein Beweis gefällig?

Beobachte mal die Reaktion deiner Mitmenschen, wenn du gängige Erzählungen der Gesellschaft oder deiner Kirche infrage stellst. Häufig wirst du bei den meisten dieselben Argumente finden. Argumente, die aus Funk und Fernsehen bekannt sind. Argumente, die gelernt und nicht erarbeitet sind. Und nicht selten enden solche Gespräche mit subjektivem Empfinden als Beweis, dem Rückzug auf Allgemeinplätze oder einem Angriff auf deine Integrität. Das sind Verteidigungshaltungen.

Wenn wir wollen, dass unsere Kinder ein gelingendes Leben führen, sollten wir ihnen beibringen selbstständig zu denken.

Wer nur googelt, denkt nicht. Wer nur nachspricht, was andere ihm vorsetzen, denkt nicht. Wer nur sich selbst glaubt, denkt nicht. Ich empfehle dazu dringend die Lektüre von „Die Abschaffung des Menschen“ von C.S. Lewis. Viele halten es für Lewis’ wichtigstes Buch. Darin vertritt er die Ansicht, dass die Erziehung sowohl im Elternhaus als auch in der Schule auf moralischen Gesetzen und objektiven Werten beruhen muss.

Moral und Werte können dabei nicht in uns selbst liegen. Menschen sind subjektiv. Unsere Wahrnehmung eingeschränkt. Unser Wissen begrenzt. Die Wahrheit liegt außerhalb von uns. Moral und objektive Werte müssen außerhalb von uns verankert sein. Sonst ändern wir sie nach Belieben und sie bieten keinen Halt.

Paulus von Tarsus, der bedeutende Missionar des Urchristentums, schreibt in seinem Brief an die Epheser: „Ihr aber habt bei Christus etwas anderes gelernt! […] ihr wurdet gelehrt, euch in eurem Geist und in eurem Denken erneuern zu lassen und den neuen Menschen anzuziehen, der nach Gottes Bild erschaffen ist und dessen Kennzeichen Gerechtigkeit und Heiligkeit sind, die sich auf die Wahrheit gründen.“

Die Erneuerung unseres Denkens ist aktiv formuliert. Es ist etwas, das wir anstreben und zulassen können. Selbstständiges Denken überlässt nicht anderen die Deutungshoheit, sondern sucht nach der Wahrheit.

In den Sprüchen der Bibel steht, dass der Anfang aller Weisheit die Anerkennung Gottes ist. Wahres Wissen, Moral und Werte kommen aus der Akzeptanz, dass es Gott gibt. Ohne einen Fixpunkt außerhalb von uns können wir nicht navigieren. C.S. Lewis beschreibt das so: „Ich glaube an Christus, so wie ich glaube, dass die Sonne aufgegangen ist. Nicht nur, weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehen kann.“

Wahrheit hat keine Angst vor Fragen. Im Gegenteil. Durch Fragen gelangt man an den Kern der Sache. Wenn man Fragen mit Gegenfragen beantwortet, führt man sein Gegenüber einen Schritt weiter in die richtige Richtung, ohne ihm das Denken abzunehmen.

Denk mal darüber nach: Was ist für dein Kind wichtiger zu lernen: blinder Gehorsam oder selbstständiges Denken und Handeln auf der Basis von wirklichen Werten?

Quellen:
Rüdiger Maas, „Generation lebensunfähig“, München, 2021, S.97 
Die Bibel, Epheser 4,17-18; 20; 23-24
C.S. Lewis, „Das Gewicht der Herrlichkeit“, Brunnen-Verlag, 2005

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Daniel Janzen

Ich bin Designer, Stratege und Mentor für Väter und helfe Dir, Deinen nächsten Wachstumsschritt zu finden. Denn gute Vaterschaft verändert Dein Umfeld für immer.

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Kinder und Medien https://paladin.training/kinder-und-medien/ Fri, 08 Mar 2024 14:10:34 +0000 https://paladin.training/?p=1686

Kinder und Medien sind kein Problem

Kinder und Medien sind kein Problem

Für ein konstruktives Miteinander mit Medien.

Ich bin verzweifelt. Ich muss mich täglich gegen Konzerne durchsetzen, die versuchen, meine Kinder in ihren Bann zu ziehen.“ Mit diesen krassen Worten begann diese Woche eine Unterhaltung mit einem Vater. Es ging um Medien. Und Kinder.

Ein Ringen, das sehr viele Väter und Mütter teilen. Lässt man zuviel zu, droht man seine Kinder an passives Konsumieren zu verlieren (und werden die nicht auch dumm davon?). Setzt man zu strenge Regeln, verlieren entweder die Kinder den Anschluss im Freundeskreis oder wir das Vertrauen unserer Kinder. Oder sogar beides. Was tun?

Patentrezepte gibt es keine. Mitarbeiter großer Tech-Konzerne wie Google, Apple und Yahoo unterstützen die Low-Tech-Bewegung. Und schicken ihre Kinder vermehrt an Schulen, die auf eine technologiefreie Lernumgebung setzen. Unsere Schulen (und viele Eltern) bewegen sich eher in die entgegengesetzte Richtung.

Dabei gibt es erprobte Lösungen.

Wir als Familie und unsere Freunde haben Wege gefunden, wie wir konstruktiv mit Medien umgehen. Und das Beste: unsere Kinder sind mit im Boot. Hier ein paar Ideen für Dich:

Der erste Schritt: Eine Familienkonferenz abhalten.
Der ergänzende Schritt: Hol Deine Freunde ins Boot.
Der große Schritt: Bring das Thema in die Schule.
Der selbstlose Schritt: Sei ein Vorbild.
Der schwerste Schritt: Bleib konsequent.
Der intensivste Schritt: Zeig ihm, wie schön das Leben ist.
Der beste Schritt: Hilf ihm, Beziehungen zu pflegen.

Eine Familienkonferenz abhalten.

Kennst du nicht?

Das sollte sich ändern. Wenn es Dir so geht wie mir, erwerben Deine Kinder schneller eine eigene Meinung und Gestaltungswillen, als Du „Holla, die Waldfee!“ sagen kannst. Das ist toll und kein Grund zur autoritären Panik.

Im Alter von 11-12 Jahren wechselt der Haupteinflussnehmer vom Vater zu den Freunden. Mit dem Beginn der Pubertät beginnt auch die aktive Ablösung der Kinder von ihren Eltern. Das fühlt sich erstmal blöd an. Wir Erwachsenen werden infrage gestellt und die Bedingungen des Zusammenlebens müssen neu verhandelt werden.

Wenn Du jetzt durchgreifst und zu sehr versuchst, das Kind an Dich und Deine Regeln zu binden, bewirkst Du eher das Gegenteil. Hier erleben viele Kinder den ersten negativen Beziehungsbruch im Verhältnis zu ihren Eltern. Besser ist es, Dein Kind zum Mitgestalten einzuladen und es ernst zu nehmen.

Um das zu zeigen, ist es sinnvoll Gesprächsräume zu öffnen. Zum Beispiel mit einer Familienkonferenz. Klingt offiziell? Soll es auch. Das ist ein bewusster Termin, der angekündigt wird. Wie im Büro, solltest Du bei einem Treffen, das Du ansetzt, im Vorfeld auch die Agenda verkünden. So können sich alle dazu schon mal Gedanken machen.

Zur Familienkonferenz trefft ihr Euch an Eurem Lieblingsplatz im Haus, mit etwas zu Knabbern oder zu Trinken. Dann eröffnest Du das Gespräch. Idealerweise mit einer kleinen Einleitung: Worum geht es? Was ist das Ziel dieses Treffens? Welche Regeln gibt es?

Als Vater hältst Du Dich mit Deiner Meinung bis zum Schluss zurück. Achte darauf, dass jeder zu Wort kommt und sich an die Gesprächsregeln hält. Es wäre toll, wenn die Aussagen der Familienmitglieder nicht bewertet würden, sondern jeder äußern kann, was ihm auf dem Herzen liegt und wichtig ist. Du steuerst das Gespräch, indem Du Fragen stellst.

Dann teilst Du Deine Meinung oder Eure Haltung als Ehepaar mit. Hier solltest Du Dir/ihr euch im Vorfeld überlegt haben, was für Euch verhandelbare Aspekte sind und wo ihr Grenzen setzt. Denn jetzt wird verhandelt. Sorg dafür, dass jedes Deiner Kinder wirklichen Einfluss nehmen kann auf das, was ihr am Ende beschließt. Manchmal ist das sogar wichtiger, als eine Grenze zu halten. Denn erst, wenn ein Kind erfahren hat, dass es ernst genommen wird, lernt es, dass seine Meinung wichtig ist.

Am Ende beschließt ihr gemeinsame Regeln im Umgang mit Eurem Thema. Es ist schön, wenn diese Regeln festgehalten werden. Dann gibt es im Nachhinein keine Unklarheiten und Diskussionen. Vielleicht habt ihr ja sogar einen Platz, wo diese neuen Regeln (die ja noch gelernt werden müssen) präsent angebracht werden können.

Und dann steht Eurem harmonischen Miteinander auch in kontroversen Themen nichts mehr im Weg. 

Vertrauensstärkendes PLUS: Wenn Du bei einer Abmachung Bedenken hast, sie aber für eines Deiner Kinder wichtig ist, kannst Du sie unter Vorbehalt annehmen. Lass Dein Kind dann wissen, dass diese Regel erst erprobt werden muss und Du später (am besten nach einem wertschätzenden Gespräch mit Deinem Kind) entscheidest, ob diese Regel so bleiben kann. Du wirst Dich wundern, wie einsichtig Kinder dann oft im Nachhinein sind.

Hol deine Freunde ins Boot.

Wenn ihr als Familie gemeinsame Regeln für den Medienkonsum festlegt, habt ihr schon mehr gemacht als die meisten. In der Folge werdet ihr feststellen, dass eure Kinder bei anderen Familien ungeregelte Medienzeiten erleben. Je nachdem, wie ihr lebt und eure Kinder gestrickt sind, kann das zu Neid oder Verlangen führen.

An dieser Stelle ist zuerst ein Realitätscheck wichtig: Es ist gut sich gemeinsam zu vergegenwärtigen, dass unsere Familie nach anderen Regeln lebt als andere Familien. Kinder verstehen das, solange sie euch abnehmen, dass ihr ihr Bestes wollt. Wenn wir Medienregeln festlegen, dann ja nicht, weil wir Angst haben, dass wir eines Tages alle Filme verbraucht und alle Musik weggehört haben. Der Grund ist der Erhalt und die Förderung unseres Wohlbefindens, unserer Leistungsfähigkeit und der Schutz unserer Herzen.

Sollten die Kinder Freunde haben, die so ganz anders ticken als ihr, kann das schwierig sein. Hier braucht es ein offenes Gespräch unter Erwachsenen. Und etwas Mut. Denn nicht jeder teilt unseren Wunsch, den Medienkonsum unserer Kinder zu regulieren.

Tatsächlich nutzen viele Eltern die Medien, um sich selbst etwas Ruhe zu verschaffen. Aus pädagogischer Sicht ist das sogar eine Form der Verwahrlosung. Rüdiger Maas sagt dazu: „Unter Grundschülern haben wir festgestellt, dass Kinder, die stark überbehütet werden, ähnliche Auffälligkeiten zeigen wie Kinder, die vernachlässigt werden. Beide Gruppen zeigen Entwicklungsverzögerungen, haben Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion.“[1]

Es muss also unser Interesse sein, unseren Kindern (und auch uns selbst) einen guten Umgang mit Medien beizubringen. Dieses Interesse dürfen wir auch gerne gegenüber anderen vertreten. Wenn unsere Kinder zu ihren Freunden spielen gehen, erwarten wir als Eltern, dass gefährliche Dinge wie Messer, Waffen, Feuer und so weiter weggeräumt sind. In Bezug auf Medien sollten wir da nicht weniger konsequent sein.

Übrigens: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Kinder uns dankbar sind, wenn wir unsere gemeinsamen Regeln ernst nehmen und auch mit Freunden eine Übereinkunft treffen. Oft genug kommen unsere Kinder nach Stunden des analogen Spielens und sagen: „Danke, dass Du uns Medien verboten hast. Das hat so viel Spaß gemacht.“ Und wenn die annähernd selben Regeln auch bei Freunden gelten, sind die Kinder sicher und gelöst. Sie müssen nicht jedes Mal neu verhandeln, sondern können sich aufs Spielen konzentrieren.

[1] Rüdiger Maas, Generation lebensunfähig: Wie unsere Kinder um ihre Zukunft gebracht werden, 2021

Bring das Thema in die Schule.

Okay, jetzt wird es etwas ambitionierter. Das Schulsystem in Deutschland ist kompliziert und durchgetaktet. Da ist kaum Platz für andere Themen als die, die auf der Agenda stehen. Und trotzdem gibt es Gestaltungsspielräume. Diese sollten wir als medienbewusste Eltern nutzen, um auch hier prägenden Einfluss zu nehmen. Denn Schule ist nur so gut, wie die, die daran arbeiten.

Gute Schulen werden mit Medien transparent und lernend umgehen. Sie machen sie auch mal zum Thema. Zum Beispiel an Elternsprechtagen, im Klassenrat oder sogar in Abendveranstaltungen. Denn so beansprucht Lehrer und Lehrerinnen auch sind: Ihr Herz schlägt für die Kinder, die sie unterrichten. Und sie möchten Kinder grundsätzlich zukunftsfähig, empathisch und selbstbewusst erziehen. Auch beim Thema Medien. Daran kann man anknüpfen.

Zum Beispiel, indem man vorschlägt, datenschutzkonforme Messenger zur Kommunikation zu nutzen. Wir melden uns auch mal bei Lehrern, die wiederholt Filme dazu einsetzen, die Klasse zu beschäftigen, während sie anderweitig unterwegs sind. Und wir besuchen Informationsveranstaltungen der Schulen, wenn über Medien referiert wird, um dem Thema mehr Bedeutung zu verleihen.

Immer wenn wir Zeit mit unseren Kindern gestalten (und nicht sie unterhalten), ermöglichen wir unseren Kindern das Lernen von Sozialkompetenzen, Selbstwirksamkeit und Kreativität. Nutze das, um die analoge Zeit Deiner Kinder mit guten Erlebnissen zu füllen. Vielleicht sogar auch mal die Zeit im Verein oder der Klasse Deiner Kinder. Es braucht nur wenig, um mit Kindern eine gute Zeit zu haben. Es sei denn, man lässt zu, dass sie viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Dann wird selbst der tollste Ausflug langweilig.

Praxistipp: Die Pfadfinderei hat gerade wieder Konjunktur. Immer mehr Kinder schließen sich Pfadfindergruppen wie den „Royal Rangers“[1] an, um mal rauszukommen. Denn mehr als die Eltern, sind die Kinder selbst genervt von ihrer Stubenhockerei. Das merken sie immer dann, wenn sie mal nicht drinnen die Zeit totgeschlagen haben. Wie bei den Pfadfindern. Wöchentliche Treffen mit Freunden in der Natur sind ein tolles Gegenmittel zum Drinsitzen. Übrigens auch für Eltern! Die Pfadfinderei ist leicht zu lernen und es werden immer Mitarbeiter gesucht.

[1] https://royal-rangers.de/das-sind-wir/ueber-royal-rangers/

Sei ein Vorbild.

Ein Freund von mir erzählte mir mal, dass er sich daran erinnern konnte, dass sein Vater beim Grillen gerne Bier trank. Wenn er als Sohn dann mal dazukam, hat sein Vater das Bier auf das Dach des Geräteschuppens gestellt und nicht weitergetrunken. Das ist meinem Freund aufgefallen. Weil sein Vater nämlich auch immer wieder davon gesprochen hat, dass man eigentlich lieber kein Bier trinken sollte. Für meinen Freund stimmte hier reden und handeln nicht überein.

Denk mal an deine Vorbilder.
Was zeichnet sie aus?
In der Regel lautet eine zentrale Antwort: Integrität.

Integrität ist die Übereinstimmung von Reden und Handeln im Leben eines Menschen. Um bei dem Beispiel von oben zu bleiben: Das Bier nicht zu verstecken, wäre integer gewesen. Auch wenn der Vater seinen Sohn hat schützen wollen (er hatte in seiner Jugend Alkoholmissbrauch krass mitbekommen), hat er durch die Art und Weise, wie er das getan hat, seine Integrität untergraben.

Wenn du deinen Kindern Medienregeln verordnest oder sie vor Medien warnst, solltest du dich selbst auch daranhalten. Uff. Tust du das nicht, zerstörst du das Vertrauen deiner Kinder in dich. Als Mann solltest du um deiner selbst willen integer sein. Als Vater hängt davon auch das Verhalten deiner Kinder ab.

Und es gibt noch einen weiteren Vorteil, wenn du dich denselben Regeln unterwirfst, wie du sie den Kindern verordnest. Du kannst dich besser in ihre Lage versetzen. Du spürst, was sie spüren und kannst so noch besser beurteilen, ob deine Regeln angemessen sind. Das macht dich gnädiger und eure Absprachen lebenstauglicher.

Bleib konsequent.

Das Zusammenleben innerhalb der Familie funktioniert am besten, wenn man mitwachsende Verhaltensregeln hat. Die Kinder werden älter. Lebenssituationen ändern sich. Da ist es nötig, Gemeinsames immer wieder neu zu verhandeln. Konsequentes Handeln innerhalb der Familie ist kein Käfig aus Regeln. Eher eine Haltung oder eine Art Dinge zu tun.

Das Wichtigste dabei ist Klarheit. Es muss eindeutig sein, was ausgemacht ist. Nicht nur für die Eltern, sondern vor allen Dingen für die Kinder. Regeln sollten unbedingt nachvollziehbar und eindeutig sein. Dann können auch Deine Kinder sie mittragen.

Fehlverhalten sollte Konsequenzen haben. So lernt das Kind, dass sein Handeln Auswirkungen auf sich und andere hat. Dabei sollten Strafen immer eine logische Konsequenz sein, also unmittelbar mit dem Fehlverhalten in Verbindung stehen. Nutzt das Kind das Familientablet ohne Absprache, könnte das Tablet für eine Zeit verschwinden. Oder überzieht das Kind seine Medienzeit, wird die überschüssige Zeit vom nächsten Mal abgezogen. Es liegt in der Hand des Kindes: Möchte es Medien nutzen, wird es sich in Zukunft an die Abmachungen halten.

Beim Thema Medienregeln gibt es zudem eine Besonderheit: Digitale Geräte und die darauf verwendete Software (vor allen Dingen Spiele und Filme) sind so angelegt, dass sie häufige Dopaminausschüttungen im Gehirn des Nutzers bewirken. Dopamin ist ein Glückshormon und wird auch beim Essen, beim Sex, Erfolg und Drogenkonsum ausgeschüttet. Und es kann süchtig machen. Aus diesem Grund ist konsequentes Handeln hier besonders wichtig.

Zeig ihm, wie schön das Leben ist.

Was wünschen sich Menschen allgemein am meisten?
Glücklich zu sein.
Dein Kind wünscht sich das auch.

Zum Glück gibt es viele Wege.
Der beste sind gelungene, tiefe Beziehungen.
Einer Weg sind Medien.
Sie machen kurz glücklich und dann süchtig.
Wenn dein Kind sich in der Nutzung von Medien verliert, dann sucht es nach etwas Glück.

Die Herausforderung:
Die kleinen Glücksgefühle am Handy sind schnell zu bekommen.
Beziehungen brauchen Zeit und sind aufwändiger.
Es ist also logisch, dass Kinder (und andere Menschen) oft den leichten Weg einschlagen.

Die Lösung:
Löse Dopamin auf andere Arten aus.
Zeig deinen Kindern die Welt. Das Leben ist spannend.
Lass sie sich selbst erfahren. Selbstwirksamkeit macht richtig glücklich.
Plane und erlebe Abenteuer mit ihnen. Gemeinsames Erleben schweißt zusammen.
Baut etwas. Macht etwas kaputt. Selbstwirksamkeit ist speziell für Jungs wichtig!
Verdient euch die Kekse und die Milch.
Das Leben ist schön.

Wenn Du mit deinem Kind zusammen rausgehst und etwas erlebst, hilfst Du ihm.
Denn wenn das mediale Glück verfliegt, bleibt Dein Kind leer zurück.
Wenn es eine glückliche Beziehung zum eigenen Vater hat, hält das Glück an.

Hilf ihm Beziehungen zu pflegen.

„Papa, ich habe doch Freunde. Wir unterhalten uns die ganze Zeit über WhatsApp. Und beim Zocken nutzen wir Teamspeak.“ Was für Kinder hier oberflächlich wie Kommunikation und Beziehung aussieht, ist nur ein Bruchteil dessen, was menschliche Beziehungen ausmacht. Eltern wissen das. Entweder, weil sie selbst schon die Grenzen medialer Kommunikation gestossen sind. Oder umgekehrt, weil sie selbst in den Genuß guter Beziehungen gekommen sind.

Die erste und wichtigste Beziehung, die Kinder haben sollten, ist die zu ihren Eltern. Wenn Medien eure Beziehung belasten, dann solltest Du das zur Sprache bringen. Ein gutes Zusammenleben innerhalb der Familie versorgt Dein Kind mit dem nötigen Backup, um da draußen auch mal schwierige Zeiten durchzuhalten.

Das Wichtigste ist, Dein Verhältnis zu Deinem Kind zu pflegen, indem Du Zeit, echtes Interesse und Energie investierst. Vor allem in den Jahren 3-9 braucht dein Kind seinen Vater als ersten Ansprechpartner. Wenn dann die Pubertät kommt und die Hormone verrücktspielen, kann eure Beziehung wie ein Anker wirken.

Mit der Pubertät werden Freunde wichtiger als die eigenen Eltern. Sie übernehmen jetzt eine prägende Rolle im Leben Deines Kindes. Kapsle Dein Kind nicht ab, indem Du seine digitale Kommunikation zu stark regulierst. Mach Dich lieber zu einem nützlichen Partner und hilf ihm, seine Beziehungen zu bewerten und zu gestalten. Ein Soziogramm ist ein sehr wirkungsvolles Mittel, um über die Freunde Deiner Kinder ins Gespräch zu kommen. Damit für solche Gespräche das nötige Vertrauen herrscht, muss Deine Beziehung zu Deinem Kind natürlich gut sein.

Mit Deiner Beziehung zu Deinem Kind steht und fällt alles.
Was kannst Du heute tun, um die Beziehung zu Deinem Kind einen Schritt nach vorn zu bringen?

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Daniel Janzen

Ich bin Designer, Stratege und Mentor für Väter und helfe Dir, Deinen nächsten Wachstumsschritt zu finden. Denn gute Vaterschaft verändert Dein Umfeld für immer.

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Ein Mann übernimmt Verantwortung https://paladin.training/ein-mann-uebernimmt-verantwortung/ Thu, 27 Jan 2022 20:05:28 +0000 https://paladin.training/?p=1552
two men sitting on a table talking

Ein Mann übernimmt Verantwortung

Ein Mann übernimmt Verantwortung

Echter Mann, echter Vater – Teil 05

Kürzlich beim Sport, kam ich nicht umhin, die Unterhaltung zweier junger Kollegen mitzuhören. Was erst wie ein Gespräch klang, war vielmehr ein aufeinander Einreden über die tolle neue Wohnung, das wichtige Projekt auf Arbeit, die hohen Ziele beim Sport. Offensichtlich saßen beide einem Trugschluss auf: Unser Leben wird nicht bedeutungsvoll, wenn wir es uns nur unaufhörlich einreden. Oder wenn wir nur genug erreicht haben, um andere zu beeindrucken.

Mit Babys kann man nur wenig interagieren. Darum nehmen sie auch wenig Einfluss auf die Welt um sie herum (abgesehen von der eigenen Familie). Aber schon im Kindergartenalter haben Jungs und Mädchen zum Beispiel für Freunde eine große Bedeutung. Das liegt daran, dass sie die Freiheiten, die Ihnen übertragen werden, für ihre Freunde einsetzen. Sie spielen mit ihnen ihr Lieblingsspiel und entscheiden sich bei Tisch für den Platz neben dem besten Freund.

Je älter wir werden, desto mehr Freiheiten erlangen wir oder werden uns übertragen, bis wir als erwachsene Männer praktisch tun und lassen können, was uns in den Sinn kommt – in rechtlichen Grenzen. Wollen wir für andere bedeutungsvoll sein, dann müssen wir Verantwortung übernehmen, mit dem Ziel, Gutes für sie zu erreichen.

Zuerst sollten wir jedoch Verantwortung für uns selbst übernehmen. Verantwortung für mein eigenes Tun und Reden zu übernehmen bedeutet JA zu sagen zu mir. Ich bin nicht perfekt, aber ich bin einmalig und wertvoll. Wenn ich einen Bock schieße, dann bring ich das wieder in Ordnung. Ich mache das nicht heimlich, sondern ich steh zu meinem Handeln. Ich stelle mich vor den hin, dem ich etwas angetan habe und sage, dass ich Mist gebaut habe und dass ich das in Ordnung bringen will. Jeder macht Fehler, aber nur wenige haben den Mut dazu zu stehen und die Konsequenzen aufrecht zu tragen.

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Chuck Leupold

Chuck Leupold ist Vater und Polizist. Er hat den tiefen Wunsch, die guten Erfahrungen, die er selbst machen durfte, an andere Männer weiterzugeben.

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Ein Mann zeigt Initiative https://paladin.training/ein-mann-zeigt-initiative/ Thu, 27 Jan 2022 17:00:52 +0000 https://paladin.training/?p=1544
Grafitti auf dem ein Mann "Act now" ruft

Ein Mann zeigt Initiative

Ein Mann zeigt Initiative

Echter Mann, echter Vater – Teil 04

Youtube schlägt mir regelmäßig Motivationsvideos vor. Sicher kennt ihr das: Das sind dann Videocollagen von heftigen Sportlern, ein mittreißender Vortrag eines Personal-Coaches oder treibende Beats mit Texten über Stärke, Willenskraft oder Durchsetzungsvermögen. Nach dem dritte Videoschalte ich dann ab weil es schon wieder viel zu spät ist. Ich bin emotional aufgekratzt und angestachelt den nächsten Baum samt Wurzeln auszureißen. 

Es geht nicht darum herausragende Dinge zu erreichen. Es geht darum anzupacken. Theodore Roosevelt hat in einer Rede, von der ein Teil als „man in the arena“ bekannt wurde, Folgendes gesagt:

„Nicht der Kritiker zählt; nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht, wie der Starke fällt oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht staubig und verschwitzt und voller Blut ist; der sich wacker bemüht…“

Es liegt oft nicht in unserer Hand, was aus unsrer Mühe wird, aber wir allein entscheiden, was wir hier und jetzt anfangen. Darum wählen wir klug aus und geben dann, was geht. Unsere Kraft und unsere Zeit sind zu wertvoll um zwei oder drei Dinge gleichzeitig halbherzig zu machen.

Leider ist es heutzutage auch allzu leicht, einmal Angefangenes nicht unbedingt zu einem Ende zu bringen. Augenscheinlich bessere Alternativen präsentieren sich aller Orten. Dabei binden halbfertige Arbeiten und halbgelesene Bücher unsere Ressourcen: Energie, Gedanken oder Zeit und Platz. 

Klar hat man bis zu dem Punkt, an dem man sich ablenken lies, schon viel gelernt oder erreicht. Aber die Erfahrung, eine Aufgabe – auch oder gerade gegen Widerstände – zu Ende zu führen, ist auch nicht durch viele Aufgaben zu ersetzen, bei denen wir in der Umsetzung nachlässig geblieben sind. Unter dem Eindruck unserer perfektionistischen Umwelt scheuen wir uns vor den finalen Schritten, in der Befürchtung, das Ergebnis könnte uns oder andere enttäuschen. Aber ungeplante Ergebnisse oder gar ein Scheitern auf ganzer Linie, halten große Lektionen für uns bereit, um die wir uns niemals bringen sollten. Und viele Aufgaben entfalten ihre Wirkung erst mit ihrer Fertigstellung.

So wie letztens: Müde und antriebslos, plagen mich Kopfschmerzen. Irgendwie habe ich es trotzdem ins Fitnessstudio geschafft. Meine Resultate sind nur okay und ich gehe früher als sonst. Aber spätestens nach der kalten Regenerationsdusche danach, bin ich auf einem Höhenflug. Und mein Körper dankt es mir. 

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Chuck Leupold

Chuck Leupold ist Vater und Polizist. Er hat den tiefen Wunsch, die guten Erfahrungen, die er selbst machen durfte, an andere Männer weiterzugeben.

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Fertigpaket oder Spezialist? https://paladin.training/fertigpaket-oder-spezialist/ Mon, 03 May 2021 20:51:01 +0000 https://paladin.community/?p=1456

Fertigpaket oder Spezialist?

Fertigpaket oder Spezialist?

Moralische Autorität 01:
Warum die Suche wichtiger ist, als die Antwort

Vor ein paar Monaten wollte ich meine Ernährung auf Vordermann bringen. Eine Freundin empfahl mir das passende Produkt eines großen Unternehmens. Was mich mehr überzeugte, als ihr Versprechen, dass es wirken würde, war, dass es ein perfekt abgestimmtes, fertig vorbereitetes Programm war. Ein Fertigpaket! Ich musste nichts recherchieren, nichts einkaufen. Einfach loslegen – alles was ich dazu brauchte, war schon drin. Perfekt.

Nach ein paar Tagen brach ich das Programm ab. Mir ging es gar nicht gut. Die Leute, die das Programm mit mir gestartet hatten, zogen durch und einige konnten von guten Erfolgen berichten. Ich nicht. Für mich war es nicht das Richtige. Was ich brauchte, beantwortete mir dann ein Spezialist. Nach dieser Erfahrung suchte ich nämlich meinen Hausarzt auf. Dort haben wir mein Blut untersuchen lassen, er hat mir zugehört und mich beraten. Und dann hat er mit mir gemeinsam ein völlig anderes Programm zusammengestellt. Speziell nach meinen Bedürfnissen.

Mein Lerneffekt: Ob ich ein Fertigpaket kaufe oder einen Spezialisten aufsuche, sind zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Eine fertige Standardlösung ist ein sehr allgemeines, fast mechanisches Verfahren, um ein Problem zu lösen, das eine Menge verschiedener Ursachen haben kann. Wenn ich dagegen einen Spezialisten aufsuche, werden eine Menge sorgfältiger, fallbezogener Untersuchungen gemacht, bevor man eine individuelle Lösung vorschlägt.

Viele Kinder erleben im Umgang mit ihren Vätern ein ähnliches Verhalten wie beim Fertigpaket: zu allgemein, zu vordefiniert, zu unpersönlich. Sie würden es vorziehen, von ihrem Vater persönlich verstanden worden zu sein. Kinder möchten wissen, dass ihre Väter die Antworten, die sie ihnen geben, nicht aus der Konserve holen. Sie wünschen sich, dass ihre Väter tiefer graben. Manchmal fühlen Kinder sich sogar sicherer, wenn ihr Vater nicht gleich eine Antwort zur Hand hat, sondern erst einmal sagt: „Das weiß ich nicht“, und sich dann auf die Suche macht. Das was dabei entsteht, wenn wir nicht nur Recht, sondern die wirklich passende Antwort haben wollen, ist: moralische Autorität.

Als Vater möchte man natürlich am liebsten immer glänzen. Alles wissen. Alles können. DER Typ sein. So wie damals, als wir die Mutter unserer Kinder kennengelernt haben. Aber damals wie heute gilt: Wenn Du willst, dass andere Dich und Deine Antworten respektieren und wertschätzen, dann musst Du moralische Autorität haben. Das bedeutet, dass deine Autorität nicht allein auf deine eigene Klugheit und deine eigene Stärke gegründet sein sollte. Andere, zum Beispiel auch Deine Kinder, sollten stattdessen sehen können, dass Du darum ringst das Richtige zu tun und zu sagen. Dass Du Dich selbst höheren Idealen unterworfen hast. Folgendes Schema kann helfen:

Das Äußere, unser Körper, spiegelt unser sichtbares Verhalten. Das was andere Menschen von uns wahrnehmen. Das Mittlere, die Seele, ist der Ort, wo dein Wissen, deine bisherigen Erfahrungen und Gefühle sind. Dieser Teil stellt unsere Sicht auf uns und unsere Umwelt dar. Das Innere, unser Geist, birgt unser Gewissen. Hier gehen wir über uns hinaus und suchen den Dialog mit Autoritäten außerhalb von uns selbst.

Beziehungen auf körperlicher Ebene

Wenn Deine Kinder merken, dass Dein Handeln gar nicht von deiner Seele oder deinem Geist beeinflusst wird, werden sie schnell misstrauisch und ängstlich. Denn dann sehen sie Dein Herz nicht und können keine richtige Beziehung zu Dir aufbauen. Sie werden vielleicht versorgt, aber mit deinen Launen, deinen Bedürfnissen, ändert sich auch dein Verhalten. Du bist unberechenbar.

Beziehungen auf seelischer Ebene

Wenn Deine Kinder sehen, dass Du Dich mit deinem Verhalten auseinandersetzt, darüber nachdenkst und aus Erfahrungen lernst, wächst ihr Vertrauen. Sie entwickeln einen gewissen Respekt vor Dir als Vater. Doch mit zunehmendem Alter durchschauen sie Dich auch. Sie sehen, wo Du stecken bleibst. Wo Deine Schwächen sind und wo Deine Wahrnehmung nicht der Wahrheit entspricht. Deine Autorität und damit dein Einfluss auf ihr Leben ist begrenzt, weil sie nur auf Dir selbst beruht. Und Du bist fehlbar.

Beziehungen auf geistiger Ebene

Wenn Deine Kinder aber mitkriegen, dass Du Dein Verhalten und Dein Denken an anderen, an größeren Geistern misst, dann wächst Ihr Vertrauen in Dich. Sie sprechen Dir Autorität zu, weil sie sehen, dass Du um Einsicht und Wahrheit ringst. Dass Dir die einfachen Antworten, die Fertigpakete, nicht genug sind. Dass Ihr Vater Spezialisten aufsucht, um für Ihre Probleme und Fragen die besten Lösungen zu finden. So wird moralische Autorität entwickelt. Kinder wünschen sich instinktiv, dass ihre Väter eine höhere Autorität anzapft und sie mit dem Geist des Lebens in Kontakt bringen. Sie müssen wissen: „Papa und ich unterstehen einer höheren Autorität.“

Für mich als Christ, ist diese Autorität Gott. In der Bibel finde ich mehr funktionierende Lebensweisheiten, als ich umsetzen kann. Und durch die persönliche Beziehung, die ich zu Gott habe, bekomme ich die Reflexion, die ich brauche, um mich nicht in meiner eigenen Filterblase zu verfangen. Meine Kinder spüren das. Wer oder was ist deine höhere Autorität? Wer darf Dich in Frage stellen und deinen Kindern dadurch zeigen: ich bin nicht hilflos der Meinung meines Vaters ausgeliefert, sondern da gibt es noch etwas Größeres, für das ich, genau wie er, leben kann. Wofür lebst Du?

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Daniel Janzen

Daniel Janzen ist Designer, Illustrator und Texter. Er begleitet Menschen, die Ermutigung brauchen und coacht mit seiner Frau junge Paare.

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Ein Mann ist standhaft https://paladin.training/ein-mann-ist-standhaft/ Mon, 03 May 2021 19:26:28 +0000 https://paladin.community/?p=1436

Ein Mann ist standhaft

Ein Mann ist standhaft

Echter Mann, echter Vater – Teil 03

Vor ein paar Tagen habe ich meinem Sohn eine Geschichte vorgelesen. Ein Junge wird unter schwierigen Umständen geboren und bald von seiner Familie getrennt. Aber er kommt zu wohlhabenden Leuten und genießt eine hervorragende Erziehung, bis er ausbricht: Er setzt sich gegen Unrecht ein, das seine Familie seit Jahrzehnten verschuldet. Er muss abhauen und sich in der Fremde durchschlagen. Wieder passiert es, dass er in eine miese Situation gerät und sich dann für das Recht eines anderen einsetzt. Hierbei lernt er seine Frau kennen und er findet zumindest eine einfache Arbeit und eine neue Familie. Als er schon ein reifes Alter erreicht hat und man sich fragt, ob noch die Wende kommt, entfaltet sich dann seine eigentliche Berufung. Es folgt seine Rückkehr in die alte Heimat und der große Sieg der Gerechtigkeit.

In der Geschichte zeigt der Held immer wieder, dass er zu seinen Überzeugungen steht. Selbst wenn es eng wird. Auf einen Mann, der zu seiner Überzeugung steht, können sich Familie, Freunde, Mitmenschen verlassen. Dabei reden wir noch nicht davon, ob seine Überzeugungen ihm oder anderen dienlich sind oder sie ihn vorwärtsbringen. Egal ob andere Menschen seine Überzeugungen gutheißen oder teilen: Er ist standhaft.

Genau das müssen Kinder wissen: Woran sie bei ihrem Vater sind: sein Handeln und Reden muss übereinstimmend sein. Das gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen. Sie beobachten, wie man sich und der Familie als Gemeinschaft treu bleiben kann, auch wenn die Umwelt sich verändert.

Auch die Partnerin eines Mannes möchte sich auf ihn verlassen können. Möchte darauf vertrauen können, dass ihr Partner nicht nur zu ihr als Person steht, sondern auch zu ihren gemeinsamen Überzeugungen: Umgang mit Geld, Fragen der Erziehung, Zeiteinteilung oder soziales Miteinander innerhalb und außerhalb der Familie.

Als Mann an seinen Überzeugungen festzuhalten, bedeutet auch, der zu bleiben, mit dem sie eine Beziehung eingehen wollte; dabei aber nie unverbesserlich und abgehoben zu werden, sondern prüfend und geerdet zu bleiben. Ein Mann, der an einer guten und edlen Überzeugung auch in schweren Zeiten festhält, tut seiner Partnerin damit Gutes und kann so auch ein inspirierendes Beispiel sein.

Ein Freund schätzt es, wenn man Position bezieht, ihm ein Gegenüber ist, vielleicht auch mal ein Korrektiv. Mit so einem Mann kann man um eigene Positionen ringen. Das hilft ihm selbst den richtigen Weg durchs Leben zu finden: Ist er egoistisch geworden? Wenn er bei Dir sieht, wie Du Dich für andere einsetzt, kann ihm das die Augen dafür öffnen. Steht er ständig unter Strom? An deiner  Achtsamkeit, würde ihm das auffallen.

Solch eine Standhaftigkeit ist eine echte Herausforderung. Aber sie hat das Potential, denen, die uns am Herzen liegen, Halt und Schutz zu sein. So dass sie aufblühen und wachsen.

Der Anfang von Rudyard Kipling inspirierendem Gedicht „IF“ über einen echten, einen standhaften Mann:

If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you,
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance for their doubting too;

If you can wait and not be tired by waiting,
Or being lied about, don’t deal in lies,
Or being hated, don’t give way to hating,
And yet don’t look too good, nor talk too wise …

Deutsche Übersetzung von Lothar Sauer:

Wenn du den Kopf bewahrst, da rings die Massen
längst kopflos sind und geben Dir die Schuld,
dir treu sein kannst, wenn alle dich verlassen,
und siehst ihr Zweifeln dennoch mit Geduld;

kannst warten du und langes Warten tragen,
läßt dich mit Lügnern nie auf Lügen ein,
kannst du dem Hasser deinen Hass versagen
und doch dem Unrecht unversöhnlich sein …

Bild von Chuck Leupold

Chuck Leupold

Chuck Leupold ist Vater und Polizist. Er hat den tiefen Wunsch, die guten Erfahrungen, die er selbst machen durfte, an andere Männer weiterzugeben.

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Was macht einen Mann zum Mann? https://paladin.training/was-macht-einen-mann-zum-mann/ Tue, 23 Mar 2021 11:17:27 +0000 https://paladin.community/?p=1343

Was macht einen Mann zum Mann?

Was macht einen Mann zum Mann?

Echter Mann, echter Vater – Teil 02

In der ersten Folge der Netflix-Serie „The ONE“ kommt es in einer Bar zu einem Wortgefecht zwischen der Hauptdarstellerin Rebekka und einem unbekannten Mann. Als dieser ausfallend wird, verteidigt Hannahs Freund Ben sie und weist auf ihren Doktorabschluss hin. Daraufhin knallt der Mann Bens Kopf auf den Tisch und verlässt die Bar.

In einem Nachgespräch zwischen Rebekka und Ben kommt es zu folgendem Wortwechsel:
Rebekka: „Wieso hast Du mich verteidigt? Das war nicht nötig.“
Ben: „Oh ja, ich weiß. Entschuldige.“
Rebekka: „Ich war ganz nah dran ihm selbst eine zu klatschen.“
Pause. Lächeln.
Rebekka: „Das war sehr nett von Dir.“
Ben: „Ich bin also kein sexistischer Schwachmat?“

Mit seiner Frage drückt Ben die Verunsicherung einer ganzen Generation Männer aus. Vor 50 Jahren wäre Ben vermutlich aufgestanden und hätte sich mit dem Mann geprügelt. Vor 25 Jahren hätte er die blutige Nase einfach weggesteckt und sich darüber gefreut, seiner Freundin beigestanden zu haben. Heute bekommt Ben nicht einmal ein einfaches Danke, sondern muss sich für sein schützendes Verhalten entschuldigen und fürchten für sexistisch gehalten zu werden.

Status quo

Nach einer Untersuchung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung sind 65% aller Väter verunsichert. „Das Selbstbild vieler Männer und Väter ist brüchig geworden. Sie wissen nicht mehr, was sie über sich denken sollen.“¹ Seit dem Beginn der Frauenbewegung haben tiefgreifende Veränderungen die männliche Gesellschaft erschüttert. Und so notwendig dieser revolutionäre Umbruch war, so krisenhaft hat sich der Kampf der Geschlechter auf die Familie und damit auf die nachfolgenden Generationen ausgewirkt.

Wenn ein Mann sich seiner selbst nicht mehr sicher ist, wie soll er dann Vater sein? Eine Rolle bei der er in ständiger Verhandlung und Absprache mit einer Frau steht? Viele Männer lassen deshalb ihre Frauen alles Familieninterne regeln und kümmern sich eher um sich selbst und äußere Angelegenheiten. Dabei wird der große Vorteil der komplementären Erziehung verspielt, bei der die Kinder von den jeweiligen Stärken beider Geschlechter profitieren. Aus diesem Grund müssen wir Männer wissen, wer wir sind. Am besten bevor wir Väter werden.

Bezeichnenderweise waren es in meinem Leben vor allen Dingen Frauen, die mir geholfen haben, meine Identität zu finden. Eines der Bücher, die mich sicher am meisten geprägt haben, „Der ungezähmte Mann“ von John Eldredge, wurde mir 2006 von meiner besten Freundin geschenkt. Meine Mutter, eigentlich ein sehr sicherheitsliebender Mensch, hat mich ermutigt meinem Herz zu folgen und Design zu studieren, als ich mir noch unsicher war, ob ich nicht lieber einen Brotjob erlernen sollte. Meine Frau Julia hat mich schon in unserer Verlobungszeit dazu ermutigt, ein Meditationswochenende in den Schweizer Bergen zu besuchen – der wahre Beginn meiner Reise zu mir selbst. Und als ich immer wieder meinen Plan PALADIN zu gründen hinterfragte, war es eine Arbeitskollegin, die das bemerkte und mich durch ein paar von Herzen kommende Zeilen ermutigt hat, dran zu bleiben.

Männer sind Macher, hat man früher gesagt. Männer sind müde, muss man heute sagen. Kein Wunder wenn doch alles, was sie ausgemacht hat, zur Verhandlung steht. Wenn sie, selbst wenn sie sich nur verbal einmischen, wie Ben, eingebremst werden. „Ob jemand biologisch Mann oder Frau ist, darf nicht den Rest seines Lebens definieren“, sagt Alice Schwarzer. Was dann? Wann ist ein Mann ein Mann?

Das muss jetzt sein

Ohne die Vielfalt innerhalb der Geschlechter und die Überschneidungen von Mann und Frau zu ignorieren oder alte Klischees kultivieren zu wollen: Männer und Frauen sind von Geburt an absolut unterschiedlich. Alle Versuche, die Unterschiede zwischen Mann und Frau als rein erziehungsbedingt zu erklären, sind ins Leere gelaufen. Mann und Frau bleiben unterschiedlich, auch wenn Politik oder Wissenschaft per Definition etwas anderes erklären. So schreibt Thomas Schirrmacher in seinem Buch „Moderne Väter“, dass Anne Moir und David Jessel stellvertretend für andere Forscher in ihrem Buch „Brainsex: Der wahre Unterschied zwischen Mann und Frau“ dargestellt haben, dass die Unterschiede von Mann und Frau bereits in unserem Gehirn deutlich werden.²

Er zitiert aus der Buchbesprechung des Verlages: „Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind gewaltiger als wir vermuten, da ihre Gehirne, und damit ihre geistigen Kapazitäten, sich diametral (= gegensätzlich) unterscheiden. Das liegt jedoch nicht an der Gesellschaft oder der Erziehung, sondern ist allein durch physiologische Entwicklungen im Mutterleib bedingt. Die Autoren weisen nach, dass Männer zum Beispiel auf dem Gebiet des logischen Denkens, der Erfassung mathematischer Zusammenhänge oder der Orientierung in einem geografischen Raum Frauen überlegen sind, während diese einen klaren Vorsprung bei Intuition und Emotion haben. Auch der Umgang mit Sprache fällt Frauen leichter als Männern […]. Es geht den Autoren keineswegs darum, frauenfeindliche Thesen aufzustellen oder Errungenschaften der Emanzipationsbewegung zunichte zu machen. Sie wollen vielmehr durch wissenschaftlich exakt beweisbare Tatsachen den Weg zu einem neuen Rollenverständnis öffnen, in dem jeder seine Fähigkeiten erkennt, um sie in einer Verbindung, dem Berufsleben oder in der Gesellschaft sinnvoll einbringen zu können.“

Wie man Männlichkeit definieren sollte

Die Definition von Männlichkeit ist also weder in der Totalauflösung jeglicher Unterscheidungsmerkmale, noch in der Verharrung in Klischees zu finden. Sie sollte eher das Beste im Mann suchen und ihn befähigen eben dies aktiv in Beziehungen einzubringen. Eine solche Definition habe ich in dem Buch „Mann, unrasiert“ von Marcel Hager gefunden.

Ich bin + Ich tue = Ich bin, deshalb tue ich.

Wenn wir wissen, dass Männer, wissenschaftlich nachvollziehbar, anders als Frauen sind, gibt es auch spezifisch männliche Eigenschaften, die, je nach Mann, unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Wer wir sind, definiert sich also durchaus auch aus unserer Physis. Aber nicht nur. Unser jeweiliges Sein ist auch die Folge unserer Beziehungen und Prägungen – allen voran die Beziehung zum eigenen Vater.³ So sind wir: Individuell. Einzigartig. Nicht kategorisierbar. Wir sind. Ich bin!

Aus diesem „Ich bin!“ darf und sollte dann auch ein „Ich tue“ werden. Was nützt es uns, wenn wir feststellen, was und wer wir sind, wenn wir uns im Anschluss aus allem heraushalten? Vor allem unsere Beziehungen brauchen genau uns. Unsere Freunde sind wegen uns mit uns befreundet. Deine Frau liebt Dich wegen Dir. Deine Kinder wollen Dich! Bring Dich ein. Sei Du selbst und werd initiativ. Sei kein Ben, der sich für sich selbst entschuldigt, sondern steh DEINEN Mann.

Und dann bring Beides zusammen: Weil Du bist, tust Du. Und nicht umgekehrt. Überlass nicht anderen die Deutungshoheit über Deine Taten. Wenn Du anderen erlaubst Dich über Deine Taten zu definieren, dann spielst Du in Deinem eigenen Leben keine Rolle mehr. Dann bist Du nur ein Diener der Erwartungen anderer. In Dir steckt aber mehr. Du bist ein feiner Kerl. Das, was du einbringen kannst, ist was wert. Wenn Dir das so noch niemand gesagt hat, dann lass mich das tun: Du bist ein echter Mann. Punkt. Jetzt geh‘ raus, sei Du selbst und pack Dein Leben an.

Quellen

¹ Cordes, „Die verlorenen Väter“, S.9
² Moin/Jessel, Brainsex, vgl. die in Degen, „Kleine Differenzen“, vorgestellten Untersuchungen
³ Horst Petri, Das Drama der Vaterentbehrung, S. 18

Bild von Daniel Janzen

Daniel Janzen

Daniel Janzen ist Designer, Illustrator und Texter. Er begleitet Menschen, die Ermutigung brauchen und coacht mit seiner Frau junge Paare.

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Was ist ein Mann? https://paladin.training/was-ist-ein-mann/ Thu, 18 Mar 2021 17:21:13 +0000 https://paladin.community/?p=1327

Was ist ein Mann?

Was ist ein Mann?

Echter Mann, echter Vater – Teil 01

Was ist eigentlich ein Vater? Ist das eine Rolle, die ich einnehme oder eine biologische Tatsache? Gesellschaftlich wird das schon länger auf großer Bühne verhandelt. Und durch die abwesenden Väter, die viele Menschen erleben, herrscht allgemein viel Unwissenheit darüber, was es bedeutet ein Vater zu sein.

Doch bevor wir die Rolle des Vaters verstehen können, müssen wir uns erst die Frage stellen: „Was ist ein echter Mann?“ Denn auch wenn zumindest das biologische VaterWERDEN keiner Qualifikation bedarf, das VaterSEIN sehr wohl. Und ein Vater ist zuerst ein Mann. Wir sollten echte Männer werden, bevor wir Väter werden.

Das konventionelle Verständnis des Mannseins zeigt sich als ein sehr eindimensionales Bild:

  • Ein Mann ist, was er tut. Nicht, was er ist.
  • Das macht ihn hochgradig wettbewerbsorientiert. Er muss besser sein als andere.
  • Sein Ziel ist der Erfolg. Oft auf Kosten seiner Ehe, Kinder und wichtiger Beziehungen.
  • Seine Belohnung ist Macht, persönlicher Reichtum und Zufriedenheit.

In einer moderneren Definition wird ein Mann wie folgt beschrieben: Mann bezeichnet einen männlichen erwachsenen Menschen und bezieht sich im ursprünglichen Sinne auf das biologische Geschlecht, im modernen Sprachgebrauch auch auf die Geschlechtsidentität.

Vor allem wird heute aber das Wort „Verunsicherung“ mit Männern verbunden. Seit Frauen sich emanzipieren, werden Männer von ihnen immer mehr aus ihren Klischees gedrängt. Und es wird mehr von Männern verlangt. Laut ElitePartner sind es fünf Archetypen, die der moderne Mann in sich vereinen soll:

  1. Das treue Herz, bei dem frau sich emotional aufgehoben fühlt.
  2. Der Krieger, der unabhängig, abenteuerlustig und eigenständig ist.
  3. Der Erfolgreiche, der finanziell gut gestellt ist.
  4. Der Hingucker, der attraktiv und körperlich fit ist.
  5. Der Liebhaber, für den Sinnlichkeit und Leidenschaft keine Fremdwörter sind.

Zusammengefasst wird dieser Idealtyp als „Alpha-Softie“ beschrieben. Mittlerweile sogar in der Version 2.0. Die Ansprüche an den Mann von heute steigen also immer weiter. Und wie geht es den Männern selbst damit? „Zunehmend verunsichert reagiert er auf die widersprüchlichen Erwartungen, die Frauen ihm signalisieren. Welches Männlichkeits-Verhalten ist dann überhaupt noch gefragt?“

Man kann sich diese Frage von seiner Umwelt beantworten lassen und sich mit all den Erwartungen anderer konfrontieren lassen, die sie an uns Männer haben. Man kann sich allerdings auch selbst auf die Suche machen, um herauszufinden, was Männlichkeit ausmacht. Wir laden eindeutig zu Letzterem ein und möchten in dieser Reihe neben anderen, diese Aspekte beleuchten:

  • Ein Mann ist standhaft.
  • Ein Mann erhebt sich über die Mittelmässigkeit.
  • Ein Mann übernimmt Verantwortung und handelt auch danach.
  • Ein Mann lehnt Passivität ab und packt sein Leben an.

Mach Dich mit uns auf die Reise und entdecke Deine Männlichkeit. Losgelöst von den Hollywood-Klischees und den Emanzipations-Phantasieen anderer Menschen. Entdecke Dich selbst und Deine Art mutig, erfolgreich, stark und kreativ zu sein. Denn der beste Mann, der Du werden kannst – bist Du selbst.

Bild von Daniel Janzen

Daniel Janzen

Daniel Janzen ist Designer, Illustrator und Texter. Er begleitet Menschen, die Ermutigung brauchen und coacht mit seiner Frau junge Paare.

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Der gute Abschluss https://paladin.training/der-gute-abschluss/ Sat, 06 Mar 2021 19:28:28 +0000 https://paladin.community/?p=1288

Der gute Abschluss

Der gute Abschluss

Phase 7

Keiner, der fast die ganze Rennstrecke geschafft hat, möchte vor dem Ziel noch scheitern. Aus diesem Grund gilt es dem Abschluss besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Damit wir am Ende freudig gehen können, ohne Bedauern.

Die Mehrheit der Menschen über 70 wechseln in den Überlebensmodus und versuchen, sich das Leben so bequem wie möglich zu machen. In diesem Alter sollten wir anders leben wollen. So wie George Bernard Shaw es ausgedrückt hat: „Meine Fackel soll so hell wie möglich erstrahlen, bevor ich sie an die nächste Generation weitergebe.“ Ein Problem ist, dass die Mehrzahl der Leute in diesem Alter nicht mehr die physische Kraft hat, ihre Träume zu verwirklichen. Das ist umso mehr ein Grund dafür, in der zweiten Lebenshälfte so bald wie möglich Menschen um uns zu versammeln, die unsere Vision weiterführen können.

Wir möchten am Ende nicht dasitzen und mit Bedauern auf unser Leben zurückblicken. Vielmehr möchten wir mit tiefer Dankbarkeit und Zufriedenheit nach hinten schauen. Wir möchten wissen, dass wir unser Bestes in das Leben unserer Kinder investiert haben. Denn das hat sogar Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen.

Das Leben ist nicht nur kurz, sondern die Zeitfenster, in denen wir den größten Einfluss auf das Leben unserer Kinder haben, fliegen so schnell vorbei, dass jeder Vater und jede Mutter sie leicht verpassen kann, wenn sie sich von ihren eigenen Interessen ablenken lassen. Die Möglichkeit, dass wir eines Tages erwachen könnten und feststellen, dass wir einige der besten Momente versäumt haben, um in unsere Kinder zu investieren, sollte uns motivieren. Das folgende Gedicht beklagt einige dieser Momente und stellt die zeitlose Frage: „Meine Eltern haben sich scheiden lassen, aber warum habe ich meinen Vater verloren?“

 

Durch die Augen eines Kindes

Ich war erst zwei
als mein Papa fortging.
Er schwor mir, dass er mich immer lieben würde,
aber dass er nicht bei mir bleiben könne.
Tage wurden zu Wochen,
und Wochen zu Jahren.
Nie habe ich meinen Vater gesehen,
und er hat nie meine Tränen gesehen.
Nie hat er mir Gutenachtgeschichten vorgelesen oder mich ins Bett gebracht.
Nie ist er zu meinen Geburtstagen aufgetaucht, obwohl ich immer gehofft habe, dass er kommen würde.
Er hat meinen ersten Kindergartentag verpasst
und alle meine Spiele in der Schulmannschaft.
Er weiß nicht, wie klug ich bin
und dass ich viele Einser auf dem Zeugnis habe.
Manchmal möchte ich ihn anrufen und ihm sagen:
Hallo Papa, ich lebe noch!
Ich werde bald 16,
willst du mir nicht beibringen wie man Auto fährt?
Nun mache ich bald Abitur,
die Jahre fliegen so schnell vorbei.
Ich freue mich auf meine Zukunft,
doch meine Vergangenheit hält mich noch gefangen.
Ich denke, ich werde sie nie verstehen.
Habe ich etwas Böses getan?
Meine Eltern haben sich scheiden lassen,
aber warum habe ich meinen Vater verloren?

Brianna K. Slone

Cassie Carstens

Cassie Carstens ist der Gründer der internationalen Bewegung "The world needs a father" und lehrt weltweit zum Thema Vaterschaft.

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Die Halbzeit der Bedeutung https://paladin.training/die-halbzeit-der-bedeutung/ Sat, 06 Mar 2021 18:26:22 +0000 https://paladin.community/?p=1278

Die Halbzeit DER BEDEUTUNG

Die Halbzeit der Bedeutung

Phase 6

In der ersten Hälfte unseres Lebens (Phasen 1–4) bilden wir unsere Ressourcen aus und finden unseren Weg. In der Halbzeit (Phase 5) überprüfen wir unsere Ausrichtung: haben wir alles, was wir brauchen, um unser Ziel zu erreichen? Steuern wir ein gutes und zu uns passendes Ziel an? Hier gilt es die richtigen Weichen zu stellen. In der zweiten Halbzeit unseres Lebens (49–70 Jahre), lernen wir die Ressourcen so einzusetzen, dass wir unser Ziel auch erreichen. Wenn das gelingt, hat unser Leben Bedeutung über unseren Tod hinaus.

J. Robert Clinton schreibt in seinem Buch „Der Werdegang eines Leiters“, dass Gott in den ersten 40 Lebensjahren an dem Leiter selbst arbeitet und in den zweiten 40 Jahren durch den Leiter an anderen. Wenn wir uns gut von einer Phase zur Nächsten entwickeln, trifft das wohl zu. Nachdem du deine Halbzeit hinter dir hast und dich in den Anfängen deiner zweiten Spielhälfte befindest, können dir sieben verschiedene Praktiken helfen:

  • Lebe mit einem sehr klaren, täglichen Bewusstsein, berufen zu sein. Sei dir des Ziels deines Lebens bewusst.
  • Höre sorgfältiger auf „deine innere Stimme“, dein Bauchgefühl. Die Erfahrungen und Einblicke, die du im Lauf deiner ersten Lebenshälfte gewonnen hast, helfen dir jetzt, bessere Entscheidungen zu treffen.
  • Lebe mit dem Bewusstsein, dass die Hälfte deines Lebens vorüber ist. Jetzt kommt’s drauf an!
  • Genieße das Abenteuer, klarere Anweisungen von Gott zu erhalten und die Freude und Belohnung, die folgen, wenn man ihnen gehorcht.
  • Entwickle einen stärkeren Sinn für Prioritäten. Wenn du deinen Platz, deinen „sweet spot“ gefunden hast, behaupte ihn und lass dich nicht ablenken.
  • Lebe bewusst deine Spiritualität. Das was Menschen wahrnehmen können, geht über das hinaus, was materiell erklärbar ist. Öffne dich für Gott.
  • Arbeite bewusst darauf hin, einen Nachfolger heranzuziehen. Finde jemanden, der es Wert ist, dein Erbe anzutreten.

Da diese 6. Phase die ist, in der wir unser Erbe bilden, ist sie auch die Phase mit dem stärksten, bleibenden Einfluss. Wir können unser Erbe sichern, indem wie unserer einzigartigen Berufung entsprechend leben. Und indem wir anderen als Mentoren dienen. Besonders denen, die unsere Mission weiterführen sollen.

Cassie Carstens

Cassie Carstens ist der Gründer der internationalen Bewegung "The world needs a father" und lehrt weltweit zum Thema Vaterschaft.

Goldzirkel – die wichtigste Zeit meines Lebens

Bereits mit 50+ solltest Du aktiv die neue Lebensphase planen. Im Goldzirkel von Rainer Wälde geht es um Deine zentralen Lebensthemen und die Frage, wie Du bewusst den nächsten Abschnitt gestalten kannst. Reduziere die Energieräuber und fokussiere Dich ganz neu auf die Ziele in Deinem Leben, die Dir wirklich wichtig sind.
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